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3.1 Einleitung

Einige Beteiligte, wie beispielsweise Produktionsteams, Linienverantwortliche und Top Management werden eventuell eine andere Abgrenzung vornehmen, wenn es um die Betrachtung von “Effektivität” geht. Alle basieren jedoch auf den gleichen Daten! In der Literatur finden wir mehrere Versuche dies zu tun, leider sind diese nicht immer konsistent.

Obwohl diese Definition über die Abgrenzung von OEE hinausgeht, ist sie notwendig um ein klares Bild über diesen Sachverhalt, welcher dazu bestimmt ist, die verschiedenen OEE Kategorien zu definieren, zu bekommen.

OEE
3.2 Kurze Beschreibung der unterschiedlichen Abgrenzungen

 

3.2.1 OEE Solitaire

OEE Solitaire ist nur in Situationan anwendbar, in welchen die betrachtete Anlage eine technische Verbindung zu einer anderen Anlage / einem anderen Prozess hat. Die Anlage muss folglich in eine Linie integriert sein. Die Effektivität einer solchen Anlage hängt teilweise von Faktoren wie Liniengleichgewicht und der Effektivität anderer Anlagen ab. „Kein Input“ (Input-Speicher leer) und „Kein Output“ (Output-Speicher leer) sind die Exponenten solcher Einflüsse. In bestimmten Fällen wie z.B. bei Beteilgten in der Prozessindustrie möchte man ggf. die Effektivität einer Anlage unabhängig vom Rest des Prozesses wissen. Mit anderen Worten: Wie hoch wäre die Effektivität der Anlage, wenn sie Solitaire liefe, ohne Einschränkungen durch den Rest der Linie?

Zu diesem Zweck kann die OEE auch ohne „No Input“ und „No outpu“ berechnet werden, also die Effektivität rein auf die Anlage bezogen, unabhängig von der Linie. Wenn man die OEE Solitaire berechnet nimmt man die Zeit der Linieneinschränkung (welche normalweise als Wartezeit angesehen wird) aus der Ladezeit (so dass diese als ungeplante Zeit betrachtet wird) heraus.

Achtung: „No Input/Output“ darf nicht mit anderen Dingen wie beispielsweise „Kein Rohmaterial“ oder „Keine Verpackung“ verwechselt werden, da diese eine andere Bedeutung haben. Sie sind keine Linieneinschränkungen.

3.2.2 OEE

OEE ist die Standardabgrenzung für ein Produktionsteam. Sie zeigt das Verhältnis zwischen dem theoretischen Maximum an Gutteilen während der Ladezeit und dem aktuellen Ausstoss an Gutteilen. Die Ladezeit kann geringer sein als die Betriebszeit da die Anlage während der Betriebszeit unbeplant sein kann, wodurch sich die Ladezeit verringert. Die Ladezeit ist folglich die Zeit, in welcher die Anlage laufen sollte.

In Fällen, in welchen mehrere Produkte produziert wurden (sowohl sequentiell als auch parallel) wird der Leistungsteil der OEE als gewogener Durchschnitt zwischen mehreren erwarteten Output-Bereichen berechnet.

3.2.3 OEE Top

OEE Top entspricht bis auf die Art und Weise, mit welcher der Leistungsanteil berechnet wird, OEE. Bei OEE Top wird der Leistungsanteil auf Basis der auf dem Typenschild angegebenen Kapazität der Anlage berechnet, man ignoriert also Beschränkungen bezüglich der Produkt-Maschine-Kombination. Dies wird genutzt um bei einem ausgewählten Produktmix Effektivitätsverluste zu erkennen.

3.2.4 Ablauf-effektivität

Die Ablaufeffektivität geht über die Grenzen des Produktionsteams (Wartung – Bediener – Ingenieur) hinaus. Sie beinhaltet die Laufzeit, in welcher die Anlage nicht für das Produktionsteam verfügbar ist oder das Ablaufmanagement die Anlage nicht beplanen kann oder will. Beispiele sind [Keine Bestellungen], [Rechtliche Einschränkungen] wie Energieverträge oder vorgeschriebene Urlaube sowie Testläufe für R&D.

Operation Effectiveness
3.2.5 Bestands-auslastung

Prozentsatz der kompletten (Kalender-)Zeit in welcher die Anlage läuft.

3.2.6 Netzauslastung (=TEEP)

Die Netzauslastung spiegelt das äußerste Verbesserungspotential wider: Sie ist das Verhältnis der kompletten (Kalender-)Zeit zur derzeitigen aktuellen Produktionszeit (oder, wenn Sie so wollen, der theoretisch maximalen Menge von Gutteilen zum aktuellen Ausstoß an Gutteilen in dieser Zeit). In einigen Veröffentlichungen werden Sie ggf. eine gleichlautende Definitionnamens TEEP finden: Total Effective Equipment Performance.

3.2.7 Kapazitäts-auslastung (=Brutto-auslastung)

Die Kapazitätsauslastung gibt das Verhältnis zwischen der kompletten (Kalender-)Zeit und der Ladezeit wieder. Sie zeigt das versteckte Ablaufpotential auf, beispielsweise den Unterschied zwischen drei und vier Schichten.